21. WJT 2006 
Bericht
Fotos
Motto
Botschaft
Logo
Impuls
Vorbereitungsteam
 
Allgemein 
Hintergrund
Vergangene WJTs
WJT Sydney 2008
 
Verschiedenes
Kontakt
Presse
Download / Fotos
Ihre Unterstützung
Links
 
Home Druckversion

ARGE Weltjugendtag
Baselstrasse 58
Postfach 216
4501 Solothurn
T: 032 625 58 39 (Mi)
F: 071 553 83 43
argewjt.ch

Bericht vom 21. Weltjugendtag 2006

   
 

Eine Begegnung der Freude im Glauben

Ein Jahr nach dem internationalen Weltjugendtreffen 2005 in Köln traf sich die katholische Jugend aus der Deutschschweiz dieses Wochenende im Benediktinerkloster Einsiedeln. 650 junge Menschen begaben sich für zwei Tage auf gemeinsame Entdeckungsreise nach ihrem Glauben. Der Weltjugendtag 2006: ein Fest der Begegnung – mit jungen Menschen und mit Gott!

Besinnlich, ausgelassen, fröhlich: Gleich zu Beginn wartete das Treffen mit einem vielfältigen Programm auf. Während die einen sich zu irischen Klängen der Ostschweizer Combo "A little Green" die Beine ausstrampelten, suchten andere ihre Einstimmung in der Ruhe und im Gebet. Ein selbstverständliches Neben- und Miteinander, wie das für den Weltjugendtag so kennzeichnend ist. Abt Martin Werlen begrüsste als Gastgeber die Pilgerinnen und Pilger herzlich und humorvoll. Seine Aprilscherze aus der Jugendzeit sorgten im Publikum für einige Lacher. Das Erstaunen war umso grösser, dass der "fromme Mönch" ausgerechnet im Religionsunterricht als einziges Mal in seiner Schullaufbahn vor die Türe musste.

Vigilfeier im Kerzenlicht

In der imposanten und vollbesetzten Klosterkirche lud Jugendbischof Denis Theurillat die Teilnehmenden nach dem Nachtessen zur Vigil, einer "Nachtwache" ein. Ein Kerzenmeer sorgte für eine würdige und stimmungsvolle Atmosphäre. Die Liturgie stand unter dem vom Papst Benedikt XVI. für diesen Weltjugendtag gewählten Motto. Mit dem Vers aus dem Psalm 119 "Dein Wort ist meinem Fuss eine Leuchte, ein Licht für meinen Weg" ruft er in seiner Botschaft die Jugendlichen auf, sich "mit der Bibel vertraut zu machen, damit sie euer Kompass werden kann, der euch den Weg zeigt". Ein Stück dieses Weges mit sich gehen liess auch der Theologiestudent Pascal Barmet mit der Schilderung seiner Priesterberufung. Mirjam Stocker teilte mit den Anwesenden ihre Entdeckung des Bibellesens und die angehende Physiotherapeutin Mirjam Troxler zeigte in ihrem Zeugnis ihre Dankbarkeit gegenüber Gott und seinem Wirken in ihrem Alltag.
Dazwischen boten schön orchestrierte Hymnen Momente der Besinnung und Zeit, die Wortbeiträge bei den jungen Leuten setzen zu lassen. Weihbischof Theurillat machte in seiner Predigt auf die vielen oberflächlichen Worte aufmerksam, mit denen die heutige Gesellschaft konfrontiert sei. Umso mehr verwies er auf das Evangelium, das Wort Jesu. "Lest es nicht nur, sondern nehmt es in euch auf und handelt danach", war sein eindrücklicher Appell an die jungen Gläubigen.
Ein erwärmender Schlummertrunk besiegelte den Abend und kurz nach Mitternacht suchten die Scharen ihre Schlafmöglichkeiten in den Turnhallen und Schulzimmern der Stiftsschule Einsiedeln auf und verkrochen sich für eine kurze Nacht in ihre Schlafsäcke.

Glaubensunterweisung durch geistliche Würdenträger

Nach dem erfrischenden Morgenlob im bis auf den letzten Platz gefüllten Oratorium stärkten sich die Teilnehmenden beim Frühstück für die Katechesen am Morgen. Gleich zwischen fünf hochrangigen Glaubenszeugen mussten sie sich entscheiden. Der Erzbischof Francesco Canalini, Apostolischer Nuntius der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein, nahm das Thema des Lichts aus dem Psalm auf. Er fragte sich und die Zuhörer, wer Licht gibt und wie man selbst Wegweiser sein kann. Mit seiner grossen Lebenserfahrung verwies er auf die eigene Familie, die Freunde und nicht zuletzt Jesus Christus. Der Nuntius: "Er bringt uns zur Reifung, so wie das Licht der Sonne die Früchte zur Reife bringt." Erzbischof Canalini schloss mit der Ermutigung, diesem Weg von Christus zu folgen und damit selbst Licht und Wegweiser für andere zu werden.

Bis zur tiefsten Sehnsucht

Auf die gemeinsame Suche nach dem wahren Glück nahm Äbtissin Monika Thumm in ihrer Katechese. Die Vorsteherin des Zisterzienserinnenklosters Mariazell-Wurmsbach ging dem Doppelgleichnis des verlorenen Schatzes und der wertvollen Perle im Matthäusevangelium auf den Grund. Zum Nachdenken regten ihre Worte an, dass "in allen Menschen, auch in Verbrechern, die Sehnsucht nach Glück verwurzelt ist." Diese Kraft treibe zum Lieben wie zum Hassen an. Die gebürtige Deutsche verstand es die Jugendlichen herauszufordern und in einen Dialog zu treten. Die Wortmeldungen zeigten, dass man oft am falschen Ort, vielleicht zu weit weg nach dem Schatz sucht. Tröstlich und ermunternd waren dann umso mehr die abschliessenden Worte der Äbtissin: "Der Mensch muss sich den Himmel nicht durch gute Werke verdienen, sondern Gott kommt in der Person von Jesus Christus auf uns zu, er hat euch zuerst geliebt. Dieser Schatz ist für euch bestimmt." Weitere Katechesen hielten der St. Galler Diözesanbischof Ivo Führer, und die Benediktiner Äbte Marian Eleganti, Vorsteher der Abtei St. Otmarsberg in Uznach, und Martin Werlen vom Kloster Einsiedeln.

Mit viel Schwung zurück in den Alltag

Dem Abschlussgottesdienst am Sonntagnachmittag stand Bischof Amedée Grab vor. Die feierliche Messe stand insbesondere auch im Gedenken an den erstjährigen Todestag von Papst Johannes Paul II., dem Initiator der Weltjugendtage. Dass dieses Datum mit dem Anlass in Einsiedeln zusammenfiel, war aber nicht so gewollt, sondern entsprang einer glücklichen Fügung, wie David Fischer, Koordinator des Organisationskomitees des Weltjugendtages 2006, bemerkte. Für viele Teilnehmende war dieses Wochenende eine Oase, wo sie sich mit anderen Jugendlichen im Glauben bestärken konnten und diese Energie mit nach Hause nehmen, um dort für ihr Umfeld Licht zu sein.

Der Weltjugendtag ist ein Anlass der katholischen Kirche, der seit 1986 jedes Jahr stattfindet. Jedes zweite, dritte Jahr gibt es ein internationales Weltjugendtreffen, zu dem der Papst in eine Weltstadt einlädt. Dazwischen werden die Weltjugendtage in den Regionen der einzelnen Länder durchgeführt. Der Weltjugendtag in Einsiedeln bildete so ein wichtiges Etappenziel für das nächste internationale Treffen im Sommer 2008 in Sydney.