JP2 – Reise zur Seligsprechung

 


 Auf deinem Facebook-Profil veröffentlichen. | Diese Seite twittern. | Druckversion

Eine Reportage von der Neuen Luzerner Zeitung über die Reise zur Seligsprechung:

Rom am Wochenende: Wo man hinsieht, ziert Karol Wojtyla die Ewige Stadt. Von unzähligen Zeitungsfronten strahlt einem das Gesicht von Papst Johannes Paul II. entgegen. In der U-Bahn wurde eine Info-Werbung geschaltet, die die Fahrgäste über die Feierlichkeiten informiert. Überall in der Stadt stehen Grossleinwände, und die U-Bahn fährt öfters als üblich.

Mit dem Car in die Ewige Stadt

Alles wurde minutiös geplant und vorbereitet, denn: Dabei sein wollten Hunderttausende Pilger, als Papst Benedikt XVI. seinen Vorgänger am Sonntagvormittag in den Kreis der Seligen aufnahm. Dabei war auch eine Gruppe junger Schweizer Katholiken, die sich am Freitagabend mit dem Car auf den Weg nach Rom gemacht hatte. Gleich als im Januar bekannt wurde, dass Papst Johannes Paul II. seliggesprochen werden soll, begann Martin Iten die Pilgerfahrt zu organisieren. Mit 47 Personen beladen, fährt der Bus die Nacht durch Richtung Süden. 47 mehrheitlich junge Gläubige, die sich untereinander kaum kennen. Gewitzt stellt Reiseleiter Iten per Mikrofon zwei besondere Fahrgäste vor: «Wie ihr vielleicht schon gesehen habt, fahren auch ein Bruder und ein Schwöschterli mit uns mit.» Und zwar Schwester Marianne (28) und Ordenspriester Franziskus (48) von der Gemeinschaft der Seligpreisungen aus dem ehemaligen Kapuzinerkloster in Zug. «Ich habe fast einen Luftsprung gemacht, als ich erfahren habe, dass ich mitgehen darf», sagt Schwester Marianne.


Mit Gabriel bei der Seligsprechung von JP2



Gabriel (17) war mit bei der Seligsprechung von JP2 in Rom und hat sich dort unter die Leute gemischelt...


Plaudern über Gott und die Welt

Bei der Comunità Cattolica Shalom, einer von der römisch-katholischen Kirche anerkannten geistlichen Gemeinschaft, ist ein Treffen mit Pilgern aus Brasilien und Österreich vorgesehen. Auch wenn viele noch von der Reise geschafft sind, ist die Stimmung ausgelassen. Beim Gut der Gemeinschaft angekommen, teilen sich die Jugendlichen in einzelne Gruppen auf. Die einen kramen ihre Gitarren hervor und singen Lieder, andere plaudern – im metaphorischen wie im wahren Sinne des Wortes – über Gott und die Welt. Und natürlich über Johannes Paul II. «Persönlichkeiten, die einen wirklich prägen, sind selten», sagt etwa Manuela Harder (22) aus Niederbüren in St. Gallen.

Spätestens beim Gottesdienst im Freien wird ersichtlich: Diese Jugendlichen leben ihren Glauben. Mit viel Enthusiasmus singen sie die Kirchenlieder, klatschen dabei in die Hände, knien sich während der Segnung im nassen Rasen hin, und manch einer lässt vor Rührung Tränen kullern. Der leichte Regen trägt zusätzlich zur andächtigen Stimmung bei. «Habt keine Angst», zitiert Priester Kurt Schaller (40) aus Wolhusen Johannes Paul II. und versucht die Beliebtheit des nun seligen Papstes in Worte zu fassen: «Es ist erstaunlich, dass ein alter und kranker Mann solch einen Zugang zu jungen Leuten haben konnte. Er war einfach ehrlich und hat ihnen nicht vorgegaukelt, das Leben sei leicht, wenn man an
Gott glaubt.»

Johannes Paul II. ist beliebt. Ja, mehr noch: «Er wird verehrt», sagt Schaller. Kein Wunder, wird Karol Wojtyla eine enorme mediale Aufmerksamkeit zuteil. «Das ist alles ein Hinweis auf Gott», hält Xenia Schmidlin (25) aus St. Gallen fest. «Es ist doch eindrücklich, dass dieser Mann so viele Menschen berührt hat, dass sie ihm auch noch sechs Jahre nach seinem Tod so verbunden sind.»



«Gruss von ganz vorne!»

Am Sonntag, gegen 7.30 Uhr, auf dem Weg in die Innenstadt mit einer wesentlich kleiner gewordenen Gruppe erhält Reiseorganisator Martin Iten eine SMS von seinem Neffen Dominik Iten (15): «Nach sieben Stunden anstehen und drängeln haben wir es geschafft! Wir sind auf dem Petersplatz! Gruss von ganz vorne!»

Andere der Jugendlichen betrachten die Seligsprechung weit ab, dafür gemütlicher, am Circo Massimo auf einer Leinwand. «Ich hatte Gänsehaut in dem Moment, als das Bild von Papst Johannes Paul II. enthüllt wurde. Auch wenn das Bild doch eher kitschig ist», sagt Xenia Schmidlin schmunzelnd. Kurz vor Rückfahrt in die Schweiz finden sich alle Jugendlichen am Nachmittag vor dem Car ein – zwar zerknittert und übermüdet, dafür aber mit einem seligen Strahlen im Gesicht.


Weitere Medienberichte

> Swissinfo über die Seligsprechung von JP2 – 30.04.2011

> SF Tagesschau über die Seligsprechung von JP2 – 30.04.2011

> Die NLZ AM SONNTAG über die JP2-Reisegruppe – 01.05.2011

> Die KIPA berichtet über die Seligsprechung von JP2 – 01.05.2011

> Tele Züri über die Seligsprechung von JP2 – 01.05.2011

> Die NLZ über die Seligsprechung von JP2 – 02.05.2011

> Die NLZ über die JP2-Reisegruppe – 02.05.2011

> Karin im Tagesanzeiger über JP2 – 03.05.2011


Bilder von der Reise

 

     

WJT in FR

 

facebook
community

 

( print )    ( top )